Kurz erklärt
Das Krankengeld beträgt 70 % des regelmäßigen Bruttoentgelts, darf aber 90 % des Nettoentgelts nicht übersteigen (§ 47 SGB V). Zusätzlich gilt eine Obergrenze: Das Regelentgelt wird nur bis zur kalendertäglichen Beitragsbemessungsgrenze berücksichtigt. 2026 liegt sie in der Krankenversicherung bei 5.812,50 € im Monat, das ergibt höchstens 135,63 € Krankengeld je Kalendertag. Vom Brutto-Krankengeld behalten Kasse und Versicherte Ihren Anteil an Renten-, Arbeitslosen- und Pflegeversicherung ein; Krankenversicherungsbeiträge fallen nicht an. Bei 3.000 € brutto und 2.000 € netto bleiben nach dem Rechner 1.576,80 € im Monat, das sind 52,56 € je Tag.
So wird gerechnet
Netto-Krankengeld = Brutto-Krankengeld × (1 − Abzugssatz)
Abzugssatz = 9,3 % (RV) + 1,3 % (AV) + Pflegeversicherungsanteil
Der Rechner nimmt die drei Werte, vergleicht sie und übernimmt den kleinsten. Der Tageshöchstbetrag wird mit 30 Tagen auf den Monat hochgerechnet, weil ein voller Kalendermonat nach § 47 Abs. 1 SGB V mit 30 Tagen angesetzt wird; das ergibt 4.068,90 €. Den Pflegeanteil wählen Sie nach Kinderzahl: 1,8 % bei einem Kind oder unter 23 Jahren, 2,4 % kinderlos ab 23, bei zwei bis fünf Kindern unter 25 Jahren jeweils 0,25 Punkte weniger je Kind. Der Betrag je Tag ist das monatliche Netto-Krankengeld geteilt durch 30. Rechtsgrundlagen: § 47 SGB V für die Höhe, § 170 SGB VI und § 347 SGB III für die hälftige Beitragstragung bei Rente und Arbeitslosenversicherung.
Abzüge und Sätze 2026 im Überblick
| Posten | Satz / Wert 2026 | Wirkung im Rechner |
|---|---|---|
| Rentenversicherung | 9,3 % (Hälfte von 18,6 %) | wird abgezogen |
| Arbeitslosenversicherung | 1,3 % (Hälfte von 2,6 %) | wird abgezogen |
| Pflegeversicherung | 1,8 % bis 2,4 %, je nach Kindern | wird abgezogen |
| Krankenversicherung | beitragsfrei (§ 224 SGB V) | kein Abzug |
| Höchstbetrag je Kalendertag | 135,63 € | begrenzt das Brutto-Krankengeld |
| Höchstbetrag je 30 Tage | 4.068,90 € | obere Grenze im Monat |
Wie stark die Kinderzahl wirkt, zeigt diese Auswertung für 3.000 € brutto und 2.000 € netto (Brutto-Krankengeld jeweils 1.800 €):
| Pflegeversicherung | Netto je Monat | Netto je Tag |
|---|---|---|
| Kinderlos, ab 23 Jahren | 1.566,00 € | 52,20 € |
| 1 Kind / unter 23 | 1.576,80 € | 52,56 € |
| 2 Kinder unter 25 | 1.581,30 € | 52,71 € |
| 3 Kinder unter 25 | 1.585,80 € | 52,86 € |
| 4 Kinder unter 25 | 1.590,30 € | 53,01 € |
| 5 oder mehr Kinder unter 25 | 1.594,80 € | 53,16 € |
Beispielrechnungen
1. Das 90-%-Netto-Limit greift: 3.000 € brutto, 2.000 € netto, ein Kind. 70 % vom Brutto wären 2.100 €, 90 % vom Netto aber nur 1.800 €. Es gilt der niedrigere Wert. Abzüge: 223,20 €. Ergebnis: 1.576,80 € im Monat, 52,56 € je Tag.
2. Kinderlos, niedrigeres Einkommen: 2.400 € brutto, 1.800 € netto. 70 % ergeben 1.680 €, 90 % vom Netto 1.620 €. Abzüge bei 13,0 % (9,3 + 1,3 + 2,4): 210,60 €. Ergebnis: 1.409,40 € im Monat, 46,98 € je Tag.
3. Höchstbetrag: 8.000 € brutto, 5.000 € netto, ein Kind. 70 % wären 5.600 €, 90 % vom Netto 4.500 €, doch die Obergrenze liegt bei 4.068,90 €. Abzüge: 504,54 €. Ergebnis: 3.564,36 € im Monat, 118,81 € je Tag.
Wann es Krankengeld gibt und wie lange
Arbeitnehmer erhalten zuerst bis zu sechs Wochen Entgeltfortzahlung vom Arbeitgeber (§ 3 EntgFG), vorausgesetzt das Arbeitsverhältnis besteht seit mindestens vier Wochen. Erst danach zahlt die Krankenkasse. Der Anspruch entsteht grundsätzlich mit dem Tag der ärztlichen Feststellung der Arbeitsunfähigkeit (§ 46 SGB V). Die Dauer ist auf 78 Wochen innerhalb von drei Jahren wegen derselben Krankheit begrenzt (§ 48 SGB V); die Zeit der Entgeltfortzahlung wird dabei eingerechnet.
Lückenlose Krankschreibung und Meldung
Eine Folgebescheinigung muss spätestens am nächsten Werktag nach dem zuletzt bescheinigten Ende ausgestellt werden, sonst kann der Anspruch für die Lücke entfallen. Samstage zählen dabei nicht als Werktage (§ 46 SGB V). Außerdem ruht der Anspruch, solange die Arbeitsunfähigkeit der Kasse nicht gemeldet ist; die Meldung binnen einer Woche nach Beginn genügt, bei elektronischer Übermittlung der Daten entfällt das Ruhen (§ 49 SGB V). Ebenfalls ruht das Krankengeld, soweit Sie beitragspflichtiges Arbeitsentgelt erhalten, und bei Bezug von Arbeitslosengeld. Hat der Arbeitgeber Teile des Gehalts freiwillig weitergezahlt, kann die Kasse kürzen.
Wer keinen Anspruch hat
Nicht jeder gesetzlich Versicherte hat Krankengeld. Hauptberuflich Selbstständige haben nur Anspruch, wenn sie eine Wahlerklärung abgegeben haben; bei Wahltarifen kann der Anspruch früher beginnen. Rentner und Familienversicherte gehen in der Regel leer aus (§ 44 SGB V). Privat Versicherte erhalten stattdessen Krankentagegeld nach ihrem Vertrag; der Rechner bildet das nicht ab.
Steuer und Progressionsvorbehalt
Krankengeld unterliegt dem Progressionsvorbehalt (§ 32b EStG): Es erhöht den Steuersatz auf Ihr übriges Einkommen. Wer im Jahr Krankengeld bezogen hat, muss deshalb meist eine Steuererklärung abgeben und kann mit einer Nachzahlung rechnen. Haben Sie Krankengeld bezogen, lohnt sich ein Blick in den Lohnsteuer-Rechner, um die Steuerlast auf das übrige Gehalt einzuordnen.
Typische Fehler und Sonderfälle
- Als Nettoentgelt das Gehalt nach Abzug der Steuer und der Sozialabgaben eintragen, nicht die Überweisung nach Vermögenswirksamen Leistungen oder Pfändungen.
- Das Brutto-Krankengeld mit dem Auszahlungsbetrag verwechseln: Ausgezahlt wird das Netto nach den Abzügen.
- Einmalzahlungen wie Weihnachts- oder Urlaubsgeld vergessen: Sie können das Krankengeld erhöhen, werden vom Rechner aber nicht berücksichtigt.
- Eine Lücke zwischen zwei Krankschreibungen übersehen und damit Anspruchstage verlieren.
- Den Monat mit 31 Tagen rechnen: Für den vollen Kalendermonat gelten 30 Tage.
- Bei Verletzung nach einem Arbeitsunfall das Krankengeld erwarten: Dann zahlt die Unfallversicherung, siehe Verletztengeld-Rechner.
Grenzen des Rechners
Der Rechner geht von Ihren Eingaben aus und ersetzt nicht die Berechnung der Kasse. Nicht abgebildet sind Einmalzahlungen der letzten zwölf Monate, Zuschüsse des Arbeitgebers, Wahltarife für Selbstständige, Teilzeit- und Schichtmodelle bei der Ermittlung des Regelentgelts sowie die Aussteuerung nach 78 Wochen. Das Nettoentgelt übernimmt er unverändert von Ihnen, die Pflegeabzüge nach Kinderzahl sind pauschal angesetzt. Verbindlich ist allein der Bescheid Ihrer Krankenkasse.
Weitere Rechner
Wenn das Krankengeld ausläuft, hilft der Arbeitslosengeld-Rechner. Für Ihr normales Nettoeinkommen eignet sich der Brutto-Netto-Rechner, für die laufenden Beiträge der Krankenkassenbeitrag-Rechner. Bei langer Erkrankung ist eventuell die Erwerbsminderungsrente relevant; bei Arbeitsunfällen der Verletztengeld-Rechner.
Vereinfachte Schätzung. Die genaue Höhe berechnet Ihre Krankenkasse. Krankengeld gibt es ab der 7. Woche der Arbeitsunfähigkeit. Keine verbindliche Auskunft.
Aktualisiert am 6. Oktober 2026Quellen: § 47 SGB V – Höhe und Berechnung des Krankengeldes ↗§ 48 SGB V – Dauer des Krankengeldes ↗§ 49 SGB V – Ruhen des Anspruchs ↗
Häufige Fragen
Wie hoch ist das Krankengeld 2026?
Es beträgt 70 % des regelmäßigen Bruttoentgelts, höchstens aber 90 % des Nettoentgelts und höchstens 135,63 € je Kalendertag. Davon gehen noch Ihre Anteile an Renten-, Arbeitslosen- und Pflegeversicherung ab.
Ab wann zahlt die Krankenkasse Krankengeld?
Bei Arbeitnehmern nach Ende der sechswöchigen Entgeltfortzahlung durch den Arbeitgeber. Voraussetzung ist eine lückenlose ärztliche Feststellung der Arbeitsunfähigkeit; der Anspruch entsteht mit dem Tag dieser Feststellung.
Wie lange wird Krankengeld gezahlt?
Wegen derselben Krankheit höchstens 78 Wochen innerhalb von drei Jahren. Die sechs Wochen Entgeltfortzahlung werden mitgezählt. Danach endet der Anspruch für diese Krankheit.
Warum bekomme ich weniger als 70 % meines Bruttos?
Weil das Krankengeld höchstens 90 % des Nettoentgelts betragen darf und danach noch Beiträge zu Rente, Arbeitslosen- und Pflegeversicherung abgezogen werden. Bei hohem Gehalt kommt der Höchstbetrag von 135,63 € je Tag hinzu.
Muss ich Steuern auf Krankengeld zahlen?
Das Krankengeld unterliegt dem Progressionsvorbehalt nach § 32b EStG. Dadurch steigt der Steuersatz auf Ihr übriges Einkommen, was oft zu einer Nachzahlung führt. Eine Steuererklärung ist daher meist nötig.
Muss ich vom Krankengeld Krankenversicherung zahlen?
Nein, während des Krankengeldanspruchs sind Sie in der gesetzlichen Krankenversicherung beitragsfrei (§ 224 SGB V). Renten-, Arbeitslosen- und Pflegeversicherung werden dagegen hälftig von Ihnen und der Kasse getragen.
Wie wird das Krankengeld für einen Monat berechnet?
Krankengeld wird je Kalendertag gezahlt. Ein voller Kalendermonat wird nach § 47 SGB V mit 30 Tagen angesetzt. Der Tagessatz mal 30 ergibt also den Monatsbetrag, unabhängig davon, ob der Monat 28 oder 31 Tage hat.
Haben Selbstständige Anspruch auf Krankengeld?
Hauptberuflich Selbstständige nur, wenn sie gegenüber der Krankenkasse eine Wahlerklärung abgegeben haben. Mit Wahltarif kann der Anspruch früher beginnen. Der Rechner bildet diese Fälle nicht ab.
Was passiert, wenn die Krankschreibung eine Lücke hat?
Die Folgebescheinigung muss spätestens am nächsten Werktag nach dem bescheinigten Ende ausgestellt sein, Samstage zählen nicht als Werktag. Sonst kann für den Zeitraum der Lücke der Anspruch entfallen. Rechtzeitig zum Arzt zu gehen ist daher wichtig.