Kein genereller Anspruch auf Abfindung
Ein gesetzlicher Anspruch auf eine Abfindung besteht nur in Ausnahmefällen. Häufig wird sie in einem Aufhebungsvertrag, einem Vergleich vor dem Arbeitsgericht oder einem Sozialplan vereinbart. Bei einer betriebsbedingten Kündigung kann der Arbeitgeber nach § 1a KSchG eine Abfindung von 0,5 Monatsgehältern je Beschäftigungsjahr anbieten, wenn Sie auf eine Kündigungsschutzklage verzichten. Dieser Wert dient in der Praxis oft als Ausgangspunkt.
Steuern und Sozialabgaben
Auf eine Abfindung fallen keine Sozialversicherungsbeiträge an, wohl aber Einkommensteuer. Die Fünftelregelung nach § 34 EStG mildert die Progression: Die Steuer wird so berechnet, als wäre nur ein Fünftel der Abfindung zusätzlich zugeflossen, und dann verfünffacht.
Seit 2025 darf der Arbeitgeber die Fünftelregelung beim Lohnsteuerabzug nicht mehr anwenden. Zunächst wird also mehr Lohnsteuer einbehalten; die Ermäßigung erhalten Sie über Ihre Einkommensteuererklärung.
Abfindung und Arbeitslosengeld
Die Abfindung selbst wird nicht auf das Arbeitslosengeld angerechnet. Wird das Arbeitsverhältnis aber ohne Einhaltung der Kündigungsfrist beendet oder schließen Sie einen Aufhebungsvertrag, können Ruhenszeiten oder eine Sperrzeit drohen. Lassen Sie einen Aufhebungsvertrag deshalb vor der Unterschrift prüfen. Die Höhe des Arbeitslosengeldes schätzt der Arbeitslosengeld-Rechner.
Wertetabelle: Monatsbrutto
Übrige Eingaben: Voreinstellung.
| Monatsbrutto | Abfindung (brutto) | Steuer (Fünftelregelung) | Abfindung netto |
|---|---|---|---|
| 500 € | 2.500 € | 775 | 1.725 |
| 1.038 € | 5.190 € | 1.615 | 3.575 |
| 2.154 € | 10.770 € | 3.375 | 7.395 |
| 4.472 € | 22.360 € | 7.095 | 15.265 |
| 9.283 € | 46.415 € | 15.115 | 31.300 |
| 19.270 € | 96.350 € | 33.045 | 63.305 |
| 40.000 € | 200.000 € | 75.205 | 124.795 |
Vereinfachte Rechnung (Tarif 2026, ohne Soli/Kirchensteuer). Keine Rechts- oder Steuerberatung.
Aktualisiert am 6. Oktober 2026Quellen: § 1a KSchG – Abfindungsanspruch bei betriebsbedingter Kündigung ↗§ 34 EStG – Außerordentliche Einkünfte ↗BMF – Die wichtigsten steuerlichen Änderungen 2025 ↗
Häufige Fragen
Wie hoch ist eine übliche Abfindung?
Als Faustformel gilt ein halbes Monatsgehalt pro Beschäftigungsjahr; verhandelt werden auch höhere Faktoren.
Muss ich auf die Abfindung Sozialabgaben zahlen?
Nein, nur Einkommensteuer.
Wie funktioniert die Fünftelregelung?
Die Steuer auf ein Fünftel der Abfindung wird berechnet und mit fünf multipliziert. Das mildert die Progression.
Zieht der Arbeitgeber die Steuer mit Fünftelregelung ab?
Seit 2025 nicht mehr. Die Ermäßigung gibt es nur noch über die Einkommensteuererklärung.
Habe ich immer Anspruch auf eine Abfindung?
Nein. Meist wird sie vereinbart; ein gesetzlicher Anspruch besteht nur in Sonderfällen.
Wird die Abfindung auf das Arbeitslosengeld angerechnet?
Nicht direkt, aber bei verkürzter Kündigungsfrist oder Aufhebungsvertrag können Ruhens- oder Sperrzeiten entstehen.