Kurz erklärt
Der Durchschnittsverbrauch ergibt sich aus getankten Litern ÷ gefahrenen Kilometern × 100. Wer 45 Liter nachgetankt hat und seit dem letzten Volltanken 600 Kilometer gefahren ist, kommt auf 7,5 l/100 km. Das entspricht 13,33 Kilometern pro Liter.
Der Wert ist nur so genau wie die Messung dahinter. Verlässlich wird er, wenn Sie beide Male bis zum automatischen Abschalten der Zapfpistole tanken und die Strecke zwischen den beiden Tankvorgängen vom Tageskilometerzähler ablesen. Die Menge, die Sie beim zweiten Mal in den Tank füllen, ist genau der Kraftstoff, der in der Zwischenzeit verbraucht wurde.
So wird gerechnet
Reichweite (km/l) = Strecke (km) ÷ getankte Menge (l)
Der Rechner verlangt genau zwei Eingaben: die getankte Menge in Litern und die gefahrene Strecke in Kilometern. Das Ergebnis wird auf zwei Nachkommastellen gerundet. Die Einheit „Liter je 100 Kilometer“ ist keine Willkür des Rechners: Auch die Verbrauchsangaben zu Neuwagen müssen nach der Pkw-EnVKV in dieser Einheit gemacht werden, bei Gas- und Wasserstofffahrzeugen in Kilogramm je 100 Kilometer. Ihr gemessener Wert lässt sich also unmittelbar mit dem Herstellerwert vergleichen.
Die Reichweite pro Liter ist der Kehrwert: Wer 8 l/100 km verbraucht, fährt 12,5 Kilometer mit einem Liter. Je niedriger der l/100-km-Wert, desto höher der km/l-Wert.
Umrechnung zwischen l/100 km und km pro Liter
| Verbrauch | Kilometer pro Liter | Kraftstoffbedarf auf 15.000 km |
|---|---|---|
| 4 l/100 km | 25,00 km/l | 600 l |
| 5 l/100 km | 20,00 km/l | 750 l |
| 6 l/100 km | 16,67 km/l | 900 l |
| 7 l/100 km | 14,29 km/l | 1.050 l |
| 8 l/100 km | 12,50 km/l | 1.200 l |
| 10 l/100 km | 10,00 km/l | 1.500 l |
| 12 l/100 km | 8,33 km/l | 1.800 l |
Die Spalte rechts zeigt, wie stark ein scheinbar kleiner Unterschied bei einer Jahresfahrleistung von 15.000 Kilometern ins Gewicht fällt: Zwischen 7 und 8 l/100 km liegen 150 Liter im Jahr.
Beispielrechnungen
- Gemischte Fahrt: 52,4 Liter getankt, 712 Kilometer gefahren. Der Rechner ergibt 7,36 l/100 km bzw. 13,59 km/l.
- Kurzstrecke im Winter: 38,6 Liter auf 455 Kilometer, überwiegend Stadtverkehr. Ergebnis: 8,48 l/100 km bzw. 11,79 km/l.
- Langstrecke, sparsam gefahren: 60 Liter auf 1.000 Kilometer ergeben 6 l/100 km bzw. 16,67 km/l.
Der Vergleich der drei Fälle zeigt, wie sehr der Verbrauch desselben Fahrzeugs je nach Strecke und Jahreszeit schwanken kann. Deshalb ist ein Mittelwert aus mehreren Tankfüllungen aussagekräftiger als eine einzelne Messung.
Warum einzelne Messungen streuen
Die größte Fehlerquelle ist das Tanken selbst. Schaltet die Zapfpistole beim ersten Mal früher ab als beim zweiten, ist die Differenz schnell ein Liter. Bei 600 Kilometern und 45 Litern macht ein Liter mehr den Unterschied zwischen 7,5 und 7,67 l/100 km. Auch die Neigung des Fahrzeugs an der Zapfsäule und die Temperatur des Kraftstoffs verändern die Füllmenge geringfügig.
Zwei Maßnahmen verringern den Fehler: dieselbe Zapfsäule und möglichst dieselbe Tankstelle zu nutzen, und mehrere Füllungen zusammenzuzählen. Addieren Sie dafür alle Liter und alle Kilometer, und rechnen Sie erst dann. Das gewichtet lange Etappen automatisch stärker als kurze.
Verbrauchswerte in Prospekt und Fahrzeugschein
Die Verbrauchsangaben für Neuwagen werden nach dem Prüfverfahren WLTP ermittelt, auf das die Pkw-EnVKV über die Verordnung (EU) 2017/1151 verweist. Hersteller und Händler müssen den kombinierten Wert sowie die Werte für die Phasen Innenstadt, Stadtrand, Landstraße und Autobahn angeben, außerdem die CO₂-Emissionen in Gramm je Kilometer.
Diese Werte entstehen unter standardisierten Laborbedingungen. Ihr eigener Wert aus dem Alltag enthält dagegen alles, was Sie tatsächlich erleben: Stau, Kälte, Gepäck, Klimaanlage und Ihren Fahrstil. Abweichungen nach oben sind deshalb normal. Wie groß sie bei Ihrem Fahrzeug ausfallen, lässt sich nur durch eigene Messung feststellen.
E10, Winterbetrieb und andere Einflüsse
E10 ist Benzin mit einem Ethanolanteil von bis zu 10 Prozent, E5 enthält bis zu 5 Prozent. Wenn Sie die Sorte wechseln, kann sich der gemessene Verbrauch leicht verändern. Ob und wie stark, lässt sich nur über Ihre eigenen Tankfüllungen beurteilen, denn pauschale Prozentangaben hängen vom Motor ab.
Weitere Einflüsse, die Sie beim Vergleichen im Blick behalten sollten: Reifendruck, Winter- oder Sommerreifen, Dachbox oder Fahrradträger, Zuladung, Klimaanlage und der Anteil an Kurzstrecken mit kaltem Motor. Wer den Verbrauch verbessern will, sollte immer nur eine Bedingung ändern und danach über mehrere Füllungen vergleichen.
Typische Fehler und Sonderfälle
- Nicht voll getankt: Wurde beim ersten oder zweiten Mal nicht bis zum Abschalten getankt, passen Menge und Strecke nicht zusammen. Das Ergebnis ist dann unbrauchbar.
- Falsche Menge verwendet: Gerechnet wird mit der zweiten Tankmenge, nicht mit der ersten und nicht mit dem Tankinhalt.
- Zwischendurch nachgetankt: Wer unterwegs teilweise tankt, muss alle Teilmengen zwischen den beiden Volltankvorgängen addieren.
- Strecke vom Navi statt vom Zähler: Die Navigationsangabe weicht vom Kilometerzähler ab. Maßgeblich ist der Zähler des Fahrzeugs.
- Bordcomputer als Referenz: Seine Anzeige ist eine Schätzung und kann vom Zapfsäulenwert abweichen. Wer beide vergleicht, kann den Fehler des Bordcomputers bestimmen.
- Elektro- und Plug-in-Hybridfahrzeuge: Bei Plug-in-Hybriden verfälscht der Ladestrom den reinen Kraftstoffwert. Reine Elektroautos verbrauchen Strom, keine Liter.
Grenzen des Rechners
Der Rechner teilt lediglich die eingegebene Menge durch die eingegebene Strecke. Er prüft nicht, ob Sie tatsächlich voll getankt haben, und rechnet keine Kraftstoffsorte, Temperatur oder Messfehler heraus. Kosten, CO₂-Ausstoß und Vergleiche mit Herstellerwerten gehören nicht zum Umfang. Für Strom- oder Gasverbrauch ist er nicht ausgelegt. Das Ergebnis gilt nur für den Zeitraum, den die eingegebenen Werte abdecken.
Weitere Rechner
Was Ihr gemessener Verbrauch auf einer bestimmten Strecke kostet, zeigt der Spritkosten-Rechner. Wer Fahrzeugkosten insgesamt betrachtet, findet bei der Kfz-Steuer und beim Kfz-Versicherungsrechner weitere Posten. Für den Vergleich mit einem Stromer bietet sich der Elektroauto-Kosten-Rechner an, für den Arbeitsweg die Pendlerpauschale.
Das Ergebnis dient der Orientierung. Bei gesetzlichen, finanziellen, medizinischen oder baulichen Entscheidungen sind der Einzelfall und die zuständige Fachstelle maßgeblich.
Aktualisiert am 6. Oktober 2026Quellen: Pkw-EnVKV – Pkw-Energieverbrauchskennzeichnungsverordnung (Gesetze im Internet) ↗BMUKN: Was ist E10? ↗
Häufige Fragen
Wie berechne ich den Spritverbrauch auf 100 km?
Teilen Sie die beim zweiten Volltanken getankte Menge in Litern durch die seit dem ersten Volltanken gefahrenen Kilometer und multiplizieren Sie mit 100. Beispiel: 45 Liter ÷ 600 km × 100 = 7,5 l/100 km.
Wie messe ich den Verbrauch am genauesten?
Tanken Sie jeweils bis zum ersten Abschalten der Zapfpistole, setzen Sie den Tageskilometerzähler beim ersten Mal auf null und lesen Sie ihn beim zweiten Tanken ab. Noch genauer wird es, wenn Sie mehrere Füllungen addieren.
Wie rechne ich l/100 km in km pro Liter um?
Teilen Sie 100 durch den Verbrauch in l/100 km. 8 l/100 km entsprechen 12,5 km/l, 5 l/100 km entsprechen 20 km/l. Umgekehrt rechnen Sie genauso: 100 geteilt durch km/l ergibt l/100 km.
Warum weicht mein Verbrauch vom Herstellerwert ab?
Herstellerwerte entstehen im standardisierten WLTP-Prüfverfahren. Im Alltag wirken Fahrstil, Temperatur, Beladung, Reifen, Klimaanlage und Streckenprofil. Deshalb ist ein eigener Mittelwert aus mehreren Tankfüllungen der realistischere Vergleichswert.
Ist der Bordcomputer genau genug?
Er liefert einen brauchbaren Richtwert, ist aber eine Schätzung. Die Rechnung über die getankte Menge erfasst den tatsächlich eingefüllten Kraftstoff. Vergleichen Sie beide Werte über einige Füllungen, um die Abweichung Ihres Fahrzeugs zu erkennen.
Wie viele Tankfüllungen sollte ich auswerten?
Mindestens drei, besser mehr. Addieren Sie alle getankten Liter und alle gefahrenen Kilometer und rechnen Sie dann einmal. So gleichen sich Abweichungen beim Abschalten der Zapfpistole weitgehend aus.
Was ist ein normaler Verbrauch für ein Auto?
Einen allgemeingültigen Normalwert gibt es nicht, er hängt von Fahrzeugtyp, Gewicht, Motor und Nutzung ab. Maßgeblich ist der Vergleich mit den Herstellerangaben Ihres Modells und mit Ihren eigenen früheren Messungen.
Verändert E10 den Verbrauch?
E10 enthält bis zu 10 Prozent Ethanol, E5 bis zu 5 Prozent. Ob sich der Verbrauch Ihres Fahrzeugs messbar ändert, zeigt nur der Vergleich über mehrere Tankfüllungen mit derselben Sorte.
Muss ich bei jedem Tanken den Kilometerstand notieren?
Ja, oder Sie nutzen den Tageskilometerzähler und stellen ihn bei jedem Volltanken zurück. Wichtig ist, dass die Strecke genau dem Zeitraum entspricht, für den die getankte Menge ermittelt wurde.